
Im Oktober 2007 besuchte ich das Dorf Coustaussa mit ein paar Freunden.

Die Einrichtung der Coustaussa Kirche in Richtung des Altarsr
Der Grund warum ich die Kirche ein zweites Mal aufsuchen wollte war, dass ich sehen wollte was in der Sakristei war, welche durch die beiden Türen jeweils rechts und links vom Altar betreten werden kann (siehe oberes Foto). Mir wurde erzählt, dass einige Besitztümer von Abbé Gelis dort seit seinem Tod aufbewahrt werden.

Die Kirche von Coustaussa
Das runde Gebäude an der Rückseite der Kirche beherbergt die Sakristei, welche zusätzlich noch durch eine alte Tür betreten werden kann ohne durch die Kirche gehen zu müssen.
Da ich den Besitzer des Kirchenschlüssels bereits bei einem vergangenen Besuch lokalisiert hatte ging ich nun zu dem kürzlich errichteten Haus auf der Straße, welche hinter dem alten Friedhof entlang läuft. Der neue Friedhof liegt etwas weiter unten dieser Straße. Glücklicherweise stand der Mann, den wir treffen wollten auf der Straße und war nur zu froh uns die Kirche aufzuschließen. Wahrscheinlich ist es sehr einsam in diesem Ort zu leben und deshalb ist offenbar jede Abwechslung willkommen auch wenn es nur Touristen sind. Nachdem er die Tür der Kirche aufgeschlossen hatte schoss ich ein paar Fotos vom Inneren der Kirche und ging direkt auf die Tür zur Sakristei links vom Altar zu, aber sie war verschlossen. Bei der rechten hatte ich mehr Glück und die alte, windschiefe Tür ließ sich mit einem lauten knarren öffnen und schabte über den steinernen Kirchenboden. Da der Besitzer des Schlüssels mich nicht abhielt betrat ich die Sakristei.
Mein erster Blick in den Raum von der Tür aus gesehen
Bei dem Fenster, welches hier zu sehen ist handelt es sich um das hohe Fenster, was auf der Außenaufnahme der Kirche auf dieser Seite zu sehen ist.
Der Raum war mit alten Kirchenutensilien voll gestopft und beinhaltete auch ein paar alte Schwarzweiße Kreuzwegstationen die möglicherweise die Kirche zierten, als Gélis der Priester war. Irgendwann wurden sie dann durch farbige Versionen ersetzt. Beispiele hier
Die 14. Kreuzwegstation
Der Raum weist offensichtlich Anzeichen von Verwahrlosung und Zerfall auf. Staub und Spinnenweben hängen überall und einige Tauben scheinen sich wohl hier niedergelassen zu haben.

Das Dach und einige der aufbewahrten Gegenstände. Die hier zu sehende Tür kann über die Steintreppen von außen begangen werden.

Eine Öffnung im Boden des rechteckigen Gebäudes welches an den Rundbau anschließt, enthüllte einige alte, hölzerne Treppenstufen, welche in einen tieferen Bereich führten. Da die Treppen verrottet waren, war ich nicht in der Lage den Raum zu erforschen, jedoch konnte ich mich über den Rand lehnen und einige interessante Dinge erkennen. Mann konnte auch eine Treppe erkennen, welche wieder nach oben führte, aber da diese auch in schlechtester Verfassung, wie auch die Treppe nach unten, war konnte ich diese auch nicht erkunden. Nach einem schnellen Durchstöbern der Inhalte des Raumes und einem Blick in das alte, hölzerne Sideboard, fand ich keine Dokumente, welche aus der Zeit von Gélis stammten, oder andere Interessante Dinge.

Es befinden sich zwei Schränke im Treppenschacht. Einer war leer und der Andere beinhaltete einige alte Kerzenständer und eine Statue, welche ich als Jungfrau Maria bezeichnen würde.

Etwas für alle Geometrie Fans da draußen.

Der eckige Bau beherbergt den Treppenschacht, welchen ich nicht erklimmen konnte. Jedoch ist das obere Fenster ein Hinweis darauf, dass es einen Raum gibt, der möglicherweise noch etwas von Gélis beinhaltet.
Bevor ich die Kirche wieder verließ, fragte ich den Aufbewahrer des Schlüssels nach Besitztümern von Gélis und er informierte mich, dass sie hier aufbewahrt wurden, aber 1904 in die Kirche eingebrochen wurde und einiges seiner Habe gestohlen wurde. Zudem erwähnte er, dass auch in anderen Kirchen in dieser Region eingebrochen wurde, er sich aber nicht mehr erinnern konnte in welchen genau. Gélis wurde am 31 Oktober 1897 brutal ermordet, also sieben Jahre vor diesen seltsamen Einbrüchen. Falls das wirklich passierte, stellt sich die Frage hinter was der Dieb her war. Zu dieser Zeit war Sauniere noch am leben, da er erst 1917 starb.

Der Blick auf rennes-le-Chateau von Außerhalb der Presbyterie von Coustaussa
Die oberen Fenster der Presbyterie haben einen freien Blick auf Rennes-le-Chateau
Der Blick nach Rennes-le-Chateau über das Tal aus der Presbyterie
Sauniere´s Kirche und seine Anlage befindet sich auf der rechten Seite
Mit solch einer guten Sichtlinie zwischen diesen Beiden, konnten die zwei Priester sich Signale senden, wenn sie gewollt hätten.
Die Presbyterie und der Tatort
Abbé Antoine Gélis
Was interessant scheint ist, dass während der Untersuchung des Mordes ein Blutfleck an dem oberen Fenster der Presbyterie gefunden wurde. Gélis wurde jedoch unten ermordet, also musste das Blut von dem Mörder dort hingekommen sein. Falls Sauniere der Verantwortliche war, welcher den Mord in die Wege leitete, dann könnte der Mörder Sauniere ein Signal vom oberen Fenster aus gesendet haben um ihm zu informieren, dass die Tat ausgeführt wurde.

Der Plan des Schlafzimmers zeigt die Blutspuren am Fenster (7) – Das Bild stammt aus dem Autopsiebericht der Polizei, ich habe die Blutflecke eingefügt.
Obwohl die alte Presbyterie abgerissen wurde, steht heute ein neues Haus an dieser Stelle. Das Fenster war auf und eine Frau war zu sehen. Nach einem kurzen Plausch war die Frau so freundlich und ließ uns herein um ein paar Fotos zu schießen. Die neuen Räume waren in ähnlicher Weise angeordnet wie die der damaligen Presbyterie und obwohl wir nicht in dem original Raum waren, an dem der Mord stattfand, waren wir aber an der korrekten Stelle.
Fotos der Inneneinrichtung des Hauses welches die Presbyterie ersetzte

(links) Dies ist die Stelle wo der Mord stattfand - (rechts) An dieser Wand war eine Feuerstelle (16)

(links) Das Küchenfenster – (rechts) Der Treppenschacht befindet sich an der gleichen Stelle wie damals. Auf der ersten Stufe wurden Blutspuren gefunden. (26)
Der Tatort
Der Plan stammt aus dem Autopsiebericht der Polizei, ich habe die Blutflecke eingefügt.
Die komplette Akte wird in den Archiven de l'Herault, Montpellier unter folgender Bezeichnung aufbewahrt-
Dossier Pages, 2UI-814, mit der Überschrift "Procedure criminelle instruite contre Joseph Pages, inculpe d'homicide volontaire".
Die Adresse, Email, etc. des Archivs in Montpellier befindet sich am Ende dieser Seite.
Die komplette Untersuchung mit einem Polizeiinterview ist zudem auch in dem Buch "Le fabuleux Tresor de Rennes le Chateau, le Secret de l'Abbe Gelis" by Riviere, Tappa and Boumendil, editions Belisane 1996. (französisch) nachzulesen.
Eine englische Übersetzung wird auch in meinem Buch erscheinen.
Ein 100 Jahre altes Bild
Während wir durch das Dorf spazierten trafen wir einen netten, alten Bewohner der uns fragte, ob wir seine Trauben probieren möchten. Natürlich nahmen wir an, dass er uns seinen hausgemachten Wein verkaufen wollte.

Der freundliche Bewohner – Sucht ihn bei eurem nächsten Trip auf, er wird eure Gruppe genießen
Wir erzählten ihm, dass wir gerade dabei wären den Schlüssel für die Kirche zu besorgen. Da er bemerkte, dass wir an der Kirche interessiert waren erzählte er uns, dass er ein hundert Jahre altes Bild der Kirche und der Presbyterie besäße. Natürlich fragten wir ihn sofort, ob wir es uns ansehen könnten und er stimmte bereitwillig zu. Als wir in seinem Haus waren zeigte er uns eine Zeichnung der Kirche und der Straße wo einst das Presbyterium stand. Siehe Bild unten.
Die Zeichnung (Druck) der Kirche von Coustaussa
Unglücklicher weise zeigte das Bild nicht die Presbyterie. Jedoch zeigte das Bild wie die Häuser und möglicherweise auch die Presbyterie in der Zeit von Gélis aussahen. Beachtenswert sind der unebene Untergrund, die Ruinen des Schlosses und die Rückseite der Kirche.
Das Datum auf dem Bild zeigt 1914 – 17 Jahre nach Gélis Tod.
Der aktuelle Blick durch die Straße
(Wer mir auch immer das obere Bild geschickt hat, lasse es mich bitte wissen, dass ich seinen Namen hinzufügen kann)
Nahaufnahme der alten Gebäude
Uns wurde auch ein alter Plan von dem Schloss von Coustaussa wie es früher aussah gezeigt
Der Plan des Schlosses von Coustaussa

Die Ruinen des Schlosses heute mit dem Blick durch das Tal in Richtung Rennes-le-Chateau
Verwandte Artikel und Links
Accomadation is now available in the place where Gelis was murdered
Coustaussa Presbytery Gite Booking and Details
Kontaktinformation für die Archive in Montpellier
Archives départementales
2 avenue de Castelnau
CS n° 54495
34093 Montpellier cedex 5
Téléphone : 04 67 14 82 14
Télécopie : 04 67 02 15 28
Email : archives@cg34.fr
Heures d’ouverture
Ouvert du lundi au vendredi
de 8h30 à 18h00
Fermeture annuelle
premières semaines d’août
Moyen d’accès
bus (lignes 4, 9 et La Ronde,
arrêts Proudhon, Bernard Délicieux, Corum)
tram (arrêts Louis Blanc et Corum)
